»100 Jahre BKB«

im AlpenCongress I 2019

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

zunächst war ich eingeschüchtert von den 100 Jahren. 100 Jahre Berchtesgadener Künstlerbund, eine große Zahl. Aber dann habe ich gedacht, ich werde ja keine 100 Jahre alt, ich bin zwar heuer halb so alt geworden, aber die 100 ist ja nicht durch uns, dem heutigen Künstlerbund, zustande gekommen. Sondern es waren die Künstlerinnen und Künstler, die seit 1919 zusammen ausstellen und den Künstlerbund am Leben erhalten und vor allem mit Leben erfüllt haben.
Der Künstlerbund ist ja ein lockerer Zusammenschluss, bei dem es hauptsächlich darum geht, Ausstellungen zu organisieren, so ist das in der Satzung festgelegt.

Seine Aufgabe ist es, die Kunst aus den Gemeinden im Talkessel sichtbar zu machen.
Diese Aufgabe erfüllt der Künstlerbund seit nun 100 Jahren.

Wir sind ein eher bescheidener Verein, der sein Jubiläum ohne Festzelt, Umzug und Fahnenabordnungen begeht. Bei nur zwanzig Mitgliedern erübrigt sich das von selbst. Nein, es liegt auch an seinen Mitgliedern, die ausgeprägte Künstlerpersönlichkeiten sind, die eher im Atelier als künstlerische Einzelkämpferinnen und Kämpfer mit sich und der Kunst ringen, als dass sie als typische Vereinsmeier auftreten. Dass sie, und das war vor 100 Jahren sicher nicht anders als heute, sich verbündet haben und verbündet blieben, zeigt die schöne Kontinuität des Berchtesgadener Künstlerbundes. Gelegentliche Verwerfungen kamen vor, Dieter Meister greift in seinem Beitrag zum Katalog dieses Thema auf, doch irgendwie haben sich die Mitglieder immer wieder zusammengerauft. Blickt man ins Archiv, so zeigt sich eher die Konstanz des Künstlerbundes. Konstanz der Mitgliederzahl, Konstanz in den Ausstellungen und auch Konstanz in der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei spielt der Berchtesgadener Anzeiger eine wichtige Rolle, der dem Künstlerbund immer sehr wohlwollend und ausführlich begleitet hat. Dafür bedanken wir uns. Kunst will wahrgenommen werden, und darum geht es beim Künstlerbund. Und deswegen feiern wir als Künstlerinnen und Künstler unsern Künstlerbund einfach dadurch, dass wir, wie ich finde, eine richtig gute Ausstellung gemacht machen. Kunst will gesehen werde und darum freuen wir uns, dass Sie alle heute Abend gekommen sind. Ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen für ihre Hilfe und Unterstützung bedanken, besonders bei meinen Vorstandkolleginnen und Kollegen, ohne die die Ausstellung so nicht hängen würde.


Felicia Däuber hat die Einladung und das Plakat entworfen und ich finde, es zeigt wunderbar, was 100 Jahre Künstlerbund bedeuten.
Das untere, dunklere Rechteck ist die Vergangenheit, das sind die 100 Jahre, angefüllt mit Werken und dem Wirken der ehemaligen Mitglieder. Das hellere Rechteck, das sind wir heute, stützt sich auf die Vergangenheit, berührt an einem Punkt im Raum-Zeit Kontinuum diese solide Basis, und löst sich gleichzeitig mit einer aufsteigenden Bewegung hinein in die Zukunft.

Ein Beispiel für diese Basis in der Vergangenheit, auf die wir uns heute stützen können, hat unser verstorbenes Mitglied und ehemaliger Vorsitzender Martin Rasp gebildet. Wegen seines ausführlichen Katalogs ‚Im Lauf der Zeit‘ zum 90-jährigen Bestehen und der Ausstellung mit Kunstwerken ehemaligen Mitgliedern blieb uns heuer diese Arbeit erspart. Darum konnten wir zum 100-Jährigen einen kleinen Katalog im klassischen Künstlerbundformat herausbringen. Ich danke dem Verlag Plenk und da ganz besonders Valentina Plenk, die den Katalog gestaltet hat und mit großer Geduld auf die vielen verschiedenen Wünschen von Seiten der Künstlerinnen und Künstler, eingegangen ist. Ich danke Dieter Meister für seinen Beitrag über die Konkurrenz zum Künstlerbund, und über Künstler, die es nicht geschafft hatten, Mitglieder zu werden. Danke vor allem dafür, dass du uns seit so vielen Jahren journalistisch treu zur Seite stehst. Ich bedanke mich für die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Berchtesgaden, die Landesstiftung Berchtesgadener Land und der Volksbank-Raiffeisenbank Berchtesgaden. Der Katalog stellt eine Momentaufnahme seiner Mitglieder dar. Das sind wir und so sehen wir uns heute in künstlerischer Sicht.

Der Katalog und die Jubiläumsausstellung entsprechen in meinen Augen genau diesem Berührungspunkt zwischen den beiden Rechtecken, der Punkt zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, und wenn wir einmal später zur soliden Basis gerechnet werden, eine Basis für die nachfolgenden Generationen an Künstlerinnen und Künstler, dann können wir zufrieden und auch ein wenig stolz darauf sein. Den Grundstein dafür legen wir heute Abend gemeinsam.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit !

1. Vorstand Christoph Merker

Ausstellung

im Rehmuseum I 2019

. . . inmitten der Zeitläufte, dem großen Weltgeschehen um uns herum, empfinde ich unsere kleine Ausstellung hier im Rehmuseum als eine Oase.

Hier geht es um nichts anderes, als die Kunstwerke in aller Ruhe anzuschauen.

1. Vorstand Christoph Merker